Alles. Außer gewöhnlich. Die ersten 100 Tage Mama.

Einhundert Tage. So lange ist Ela heute bei uns. Das sind schon über 3 Monate. Und erst jetzt habe ich so ganz langsam das Gefühl, dass ich jeden Tag etwas mehr in diesem neuen Leben als Mama ankomme.

8 Wochen dauert das Wochenbett „offiziell“. Aber ich finde offiziell gilt nicht, wenn man Mama wird. 8 Wochen gibt es Schonfrist. Dann war da plötzlich das Abschlussgespräch mit meiner Hebamme, die Abschlussuntersuchung beim Frauenarzt („Alles wieder wie vorher.“). Allein dieses Wort „Abschluss“ klingt irgendwie so endgültig. Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett. Vorbei. Zurück in den Alltag. Jetzt als Mama, nicht mehr nur als Frau. Ich fühlte mich irgendwie wie ins kalte Wasser geschmissen. Zum Schwimmen lernen gezwungen. Jetzt bin ich Mama. Für „die da draußen“ ist jetzt alles eben so „wie vorher“. Jetzt mit Kind.

Nichts ist so wie vorher. Hinter mir liegt ein kleines – was sag ich da, sie ist schon so so groß – Babymädchen, strampelt unter ihrem Spielebogen, greift ganz bewusst nach ihren Spielsachen und gluckst vor Freude, wenn sie es wieder und wieder schafft.

Und ich? Ich lerne das Leben neu kennen. Ich höre nur noch meine Löwenmamaherz schlagen. Ich bin ein neuer Mensch, ich werde nie wieder die Laura sein, die ich mal war. Und die, die ich jetzt bin, muss ich erstmal noch so richtig kennen lernen. Diese neue Reise ist riesig. Ich hätte es tatsächlich nie gedacht, aber ja – das Leben dreht sich plötzlich bedingungslos um dieses kleine Wesen. Und die, die mich milde belächeln, weil sie das vielleicht albern und übertrieben finden – sind meist die Menschen ohne Kinder. Das ist überhaupt nicht böse gemeint, doch wie oft fand ich mich in den vergangenen einhundert Tagen in der Situation, andere Mamas plötzlich (meistens) so gut zu verstehen. Situationen nachvollziehen zu können, die auch ich früher milde belächelt habe. So viele Dinge und Situationen sind auf einmal so unwichtig. Dafür andere umso mehr.

Ich gebe zu, diese Reise ist manchmal so riesig, dass ich gar nicht mehr weiß wohin mit so viel Liebe, dass ich weine und schluchze, ob ich denn das alles richtig mache. Ela, zum Glück hast du so nen super starken Papa, der bedingungslos für uns da ist. Der dich durch die Wohnung trägt, wenn du dich einfach nicht beruhigen lässt und die Mama auch schon bitterlich mit dir weint. Der mit dir spazieren geht, damit die Mama mal in die Badewanne kann und danach noch ein bisschen für sich auf die Couch. Und der genau weiß, wann es uns – mir – „da draußen“ zu viel wird. Wann wir wir sein müssen. (Ein Papa, der das hier gerade auch liest – Danke. Du weißt.) Jede Familie geht ihren eigenen Weg, trifft ihre eigenen Entscheidungen. Entscheidungen, die ich – nur weil ich jetzt Mama bin – nicht unbedingt nachvollziehen muss, aber wir machen das verdammt perfekt mit dir, meine Tochter. So wie jede Mama das verdammt perfekt für ihre kleine Familie macht. Löwinnen eben.

3 Versionen Laura – Mama, Partnerin, Frau – das muss ich erstmal alles unter einen Hut bringen. Da sind so viele Träume und Wünsche, manche davon bleiben einfach momentan auf der Strecke. Es ist so spannend, sich selbst in diesem ganzen Gewusel von Mamakram wieder zu finden und sich neu kennen zu lernen. Und ich hab mich noch nie so auf die Zukunft gefreut.

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Und dann – ja da liegt ein kleines Mädchen. Sie lacht und strahlt bis über beide Ohren, wenn sie mich sieht. Sie schläft am Liebsten auf der Seite und immer mit ihrem Tuch im Gesicht. Sie hat ihre Hände (und fast auch schon ihre Füße) entdeckt und greift nach mir, möchte mich näher bei sich haben. Sie zeigt mir, dass das Leben so so so schön ist. Dass da eine neue Art von Liebe ist, die ich bis dato noch nicht kannte. Sie ist es, die mir am meisten hilft, in dieser neuen Welt anzukommen. Innezuhalten. Klitzekleine Momente zu genießen. Ela, du bist das Beste was uns je passiert ist. Das Allerallerbeste. Danke, dass du mich endgültig zu dem Menschen gemacht hast, den ich schon so lange gesucht hatte. Intuitiv bin ich deine Mama. Durch dich bin ich ich. Vollkommen. Angekommen.