der erste geburtstag.

Der erste Geburtstag. Ein Jahr soll das also gewesen sein. Für mich fühlt es sich immer noch nach „das war doch erst gestern“ an. Ein Jahr. Ein fabelhaftes Jahr. Aber auch anstrengend, stressig, bezaubernd, witzig, ehrlich, pur, schlaflos, authentisch. Tage an denen 24 Stunden nicht annähernd genug waren. An denen ich mir 5 extra Arme gewünscht hätte. So viele Momente, die ich gerne noch einmal erleben würde. Aber auch gleichzeitig so große Vorfreude auf das zweite verrückte Jahr mit dir! Hachz. Hallo Hormone. Ich merk schon, das mit den Hormonen hört auch nach einem Jahr noch nicht auf.

Am 13. März 2018 feierten wir den ersten Geburtstag der Tochter. Wir feierten ihn so, wie wir ihn für uns und vor allem für Ela immer in Erinnerung halten wollten. Wir wollten kein großes Ding, keine Sahnetorte für Ela (und kein Fotoshooting in glitzerndem Kleidchen), keinen Geschenkewahnsinn und nicht viele Leute, sondern die, die für Ela in diesem ersten Jahr wirklich wichtig waren. Auch wollten wir mindestens die Hälfte des Tages für uns. Nicht nur, damit Ela ihre gewohnten (Mittags-)Schlafzeiten für sich hat, sondern eigentlich, da dieser Tag ja für uns drei – nur für uns drei – eine ganz besondere Bedeutung hat.

Mein Mann hatte sich frei genommen, wir starteten ganz ruhig in diesen ersten Geburtstag. Für mich waren die Tage vorher ehrlich gesagt emotional noch aufwühlender, da ihre Geburt sehr sehr lange dauerte und ich somit schon am 11. und 12. stündlich sagen konnte, wo ich zu diesem Zeitpunkt ein Jahr zuvor war und wie es mir ging. Der 13. März allerdings wird mir immer als der Tag in Erinnerung bleiben, an dem ich endlich meine Tochter in den Armen halten durfte. Wir starteten also ruhig, bereiteten vor. Um 13:51 Uhr sangen wir, lagen uns in den Armen und tanzten durch die Küche. Ela lachte, ich weinte. Ein Jahr. Es ist verrückt.

Ich bastelte und nähte die Wochen vorher eine Geburtstagskrone aus Filz, diese wird nun jedes Jahr für hoffentlich sehr viele Jahre am Geburtstag gern von ihr getragen. Es war uns wichtig, jetzt schon Rituale zu schaffen. Deshalb stand auch dieses Jahr eine kleine Kerze auf dem Tisch, in dem Ring, in dem auch schon früher bei mir zuhause die Kerze stand, als einer von uns Kindern Geburtstag hatte. Von uns Eltern bekam sie einen kleinen Klang-/Glockenstab geschenkt, den sie aus der Musikstunde kennt. Sie liebt Musikinstrumente. Das Meilensteinposter ist von meiner sehr guten Freundin Jule.

Nachmittags kamen dann die Gäste, es gab einen zuckerfreien Bananenkuchen für Ela, (ebenfalls zuckerfreie) Süßkartoffel-Kekse in Form von 1en (die sind der Hammer!!) und für die Großen einen Zimtschneckenkuchen vom Blech. Da einige Gäste erst nach Feierabend dazukamen, wechselte das Buffet von Kuchen zu Abendbrot und es gab Elas Lieblingsessen, Frikadellen (als Mini-Burger), Lasagne-Cupcakes, Käse, Blaubeeren, Gemüsesticks mit Kräuterquark. Es war für jeden was dabei und alle wurden satt.

Geschenke. Ja, die sind nicht zu vermeiden und so soll das ja auch sein. Allerdings war ich die Wochen vor Elas Geburtstag schockiert, als ich gesehen habe, was momentan so „Trend“ ist – für einen ersten Geburtstag! – und uns war klar: so nicht! Von meiner Mama gab es die erste (selbstgenähte) Puppe, von meiner Schwiegermutter das erste Paar Schuhe. Von der Uroma ein Glockenspiel und von ihrer Patin ein Buch. Eine sehr gute Freundin überraschte uns mit wunderschönen selbstgenähten Bettschlangen für ihr Bett und Schleichtieren. Das wars. Geldgeschenke wandern in einen Fahrradanhänger/-sitz. Jedes dieser Geschenke wird seit diesem Tag täglich (!) bewusst und gerne von ihr bespielt. Mehr zu unserer „Spielzeugwahl“ schon bald.

Ach es war ein toller Tag – Ela war sehr sehr gut drauf, sie liebte es! Unter den Gästen waren auch die 3 Kinder enger Freunde von uns und die 4 zusammen verstehen sich super. Den Altersunterschied von 9 Monaten, den Ela zu den Zwillingen hat, merkt man inzwischen kaum noch. Als mein Mann dann auch noch die Seifenblasen zückte, war es endgültig vorbei. Unser Wohnzimmer war über und über mit Konfetti geschmückt, platzende Seifenblasen und Kinderlachen, das ansteckte. Dieser wundervolle Tag – der erste Geburtstag unserer Tochter – wird uns für immer in Erinnerung bleiben!

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hallo frühling.

Inzwischen läufst du schon 5 Wochen. Hast endlich beide Hände frei diese Welt und den Frühling kennen zu lernen und zu begreifen. Die vergangenen Tage hast du den Frühling (oder er dich?) ordentlich um den Finger gewickelt, so dass er jetzt zu bleiben scheint. Endlich. Wir waren die letzten Tage so viel draußen. Haben den Garten entwintert, dein Spielhaus gekehrt, Beete umgegraben, angepflanzt. Wir haben Bärlauch gepflückt und zu Pesto verarbeitet. Du hast mir mit deinem kleinen Zeigefinger Zitronenfalter und Ameisen gezeigt noch bevor ich sie überhaupt sehen konnte. Ich habe dir deinen ersten Regenwurm auf die Hand gelegt und dir gezeigt, wie sich der Garten barfuß anfühlt. Verdutzt hast du mich angeschaut und die Zehen eingekringelt, als die Grashalme an deinen Füßen kitzelten. Gras, Holz, Stein. Wir haben draußen Joghurt gefuttert und in unserer neuen Hängematte den Himmel angeschaut. Du bist so unglaublich neugierig, da kommt dir der Frühling gerade recht.

Und ich? Ich ignoriere das ständige Niesen und Schniefen meiner heuschnupfengeplagten Nase und freue mich einfach auf dieses Frühlingswochenende. Auf warme Temperaturen und Sonne. Auf mit Erde verschmierte Hände und dreckige Fingernägel und auf das erste Grillen. Ach Frühling.

 

 

Alles. Außer gewöhnlich. Die ersten 100 Tage Mama.

Einhundert Tage. So lange ist Ela heute bei uns. Das sind schon über 3 Monate. Und erst jetzt habe ich so ganz langsam das Gefühl, dass ich jeden Tag etwas mehr in diesem neuen Leben als Mama ankomme.

8 Wochen dauert das Wochenbett „offiziell“. Aber ich finde offiziell gilt nicht, wenn man Mama wird. 8 Wochen gibt es Schonfrist. Dann war da plötzlich das Abschlussgespräch mit meiner Hebamme, die Abschlussuntersuchung beim Frauenarzt („Alles wieder wie vorher.“). Allein dieses Wort „Abschluss“ klingt irgendwie so endgültig. Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett. Vorbei. Zurück in den Alltag. Jetzt als Mama, nicht mehr nur als Frau. Ich fühlte mich irgendwie wie ins kalte Wasser geschmissen. Zum Schwimmen lernen gezwungen. Jetzt bin ich Mama. Für „die da draußen“ ist jetzt alles eben so „wie vorher“. Jetzt mit Kind.

Nichts ist so wie vorher. Hinter mir liegt ein kleines – was sag ich da, sie ist schon so so groß – Babymädchen, strampelt unter ihrem Spielebogen, greift ganz bewusst nach ihren Spielsachen und gluckst vor Freude, wenn sie es wieder und wieder schafft.

Und ich? Ich lerne das Leben neu kennen. Ich höre nur noch meine Löwenmamaherz schlagen. Ich bin ein neuer Mensch, ich werde nie wieder die Laura sein, die ich mal war. Und die, die ich jetzt bin, muss ich erstmal noch so richtig kennen lernen. Diese neue Reise ist riesig. Ich hätte es tatsächlich nie gedacht, aber ja – das Leben dreht sich plötzlich bedingungslos um dieses kleine Wesen. Und die, die mich milde belächeln, weil sie das vielleicht albern und übertrieben finden – sind meist die Menschen ohne Kinder. Das ist überhaupt nicht böse gemeint, doch wie oft fand ich mich in den vergangenen einhundert Tagen in der Situation, andere Mamas plötzlich (meistens) so gut zu verstehen. Situationen nachvollziehen zu können, die auch ich früher milde belächelt habe. So viele Dinge und Situationen sind auf einmal so unwichtig. Dafür andere umso mehr.

Ich gebe zu, diese Reise ist manchmal so riesig, dass ich gar nicht mehr weiß wohin mit so viel Liebe, dass ich weine und schluchze, ob ich denn das alles richtig mache. Ela, zum Glück hast du so nen super starken Papa, der bedingungslos für uns da ist. Der dich durch die Wohnung trägt, wenn du dich einfach nicht beruhigen lässt und die Mama auch schon bitterlich mit dir weint. Der mit dir spazieren geht, damit die Mama mal in die Badewanne kann und danach noch ein bisschen für sich auf die Couch. Und der genau weiß, wann es uns – mir – „da draußen“ zu viel wird. Wann wir wir sein müssen. (Ein Papa, der das hier gerade auch liest – Danke. Du weißt.) Jede Familie geht ihren eigenen Weg, trifft ihre eigenen Entscheidungen. Entscheidungen, die ich – nur weil ich jetzt Mama bin – nicht unbedingt nachvollziehen muss, aber wir machen das verdammt perfekt mit dir, meine Tochter. So wie jede Mama das verdammt perfekt für ihre kleine Familie macht. Löwinnen eben.

3 Versionen Laura – Mama, Partnerin, Frau – das muss ich erstmal alles unter einen Hut bringen. Da sind so viele Träume und Wünsche, manche davon bleiben einfach momentan auf der Strecke. Es ist so spannend, sich selbst in diesem ganzen Gewusel von Mamakram wieder zu finden und sich neu kennen zu lernen. Und ich hab mich noch nie so auf die Zukunft gefreut.

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Und dann – ja da liegt ein kleines Mädchen. Sie lacht und strahlt bis über beide Ohren, wenn sie mich sieht. Sie schläft am Liebsten auf der Seite und immer mit ihrem Tuch im Gesicht. Sie hat ihre Hände (und fast auch schon ihre Füße) entdeckt und greift nach mir, möchte mich näher bei sich haben. Sie zeigt mir, dass das Leben so so so schön ist. Dass da eine neue Art von Liebe ist, die ich bis dato noch nicht kannte. Sie ist es, die mir am meisten hilft, in dieser neuen Welt anzukommen. Innezuhalten. Klitzekleine Momente zu genießen. Ela, du bist das Beste was uns je passiert ist. Das Allerallerbeste. Danke, dass du mich endgültig zu dem Menschen gemacht hast, den ich schon so lange gesucht hatte. Intuitiv bin ich deine Mama. Durch dich bin ich ich. Vollkommen. Angekommen.

von 0 auf Mama in…

… na gut. 40 Stunden. 40 Stunden Wehen. Auf und ab spazieren. Atmen. Festhalten. Baden. Fluchen. Hände halten. Schreien. Durchhalten.

Und plötzlich bist du da. Ganz nah bei mir. Bei mir. Deiner Mama. Ich weine. Vor Erleichterung, vor Stolz, vor so unfassbar viel Liebe. Das Leben ist schlagartig ein anderes. Du – unsere Tochter – hast die Welt auf den Kopf gestellt. Und wir stellen fest, dass sie so herum viel besser aussieht. Wie war das denn nochmal vorher?

Ich komme jetzt mit weniger Schlaf aus. Ich liebe es, wenn ich dich stille und deine kleine Hand nach meinem Finger greift. Wenn du träumst und deine Schnute so verziehst. Wenn der Papa dich durch die Wohnung trägt und dir Dinge erzählt, „Schau Schatz, das ist die Pinnwand und hier drüben – das ist der Gaszähler“ und du ihn ganz aufmerksam mit deinen großen Augen anstrahlst – ach ich könnte stundenlang nur schauen und staunen. Du wirst ruhig, wenn du auf meiner Brust einschläfst. Du reagierst auf meine Stimme. Und du wirst immer aktiver. Schaust mit deinen Augen die Welt an und dann wieder mich – als würdest du mir tausend Dinge erzählen und mich in deine Welt mitnehmen wollen. Ich kann es kaum erwarten, dir die Welt zu zeigen.

Ich hatte 40 Wochen (+12 ganz schön lange extra Tage) Zeit, mich darauf vorzubereiten, mir vorzustellen, wie das so werden könnte mit Kind, als Mama, als Familie. Man sollte also meinen, dass ich bestens gewappnet war. Pah – nicht den Hauch einer Ahnung hatte ich. Es ist wundervoll. Es ist anstrengend, aufregend, neu, überwältigend und es ist so so wundervoll.

Ela. 13. März 2017. 13:51.

warten.

Hallo Woche 38. Noch etwa 3 Wochen. Hier wird es immer ruhiger. Mama verzieht sich immer mehr auf die Couch. Konzentriert sich auf die kleine – große – Murmel. Ich versuche gerade jetzt, mir ganz genau einzuprägen, wie es sich anfühlt, wenn sie sich bewegt, wie sich das Leben so anfühlt mit Bauch. Ich freu mich wahnsinnig, wenn die Kleine endlich bei uns ist. Und dennoch möchte ich ganz ganz lange wissen, wie sich schwanger sein anfühlt. Auch wenn ich das Mädchen dann im Arm habe.

Schwanger sein heißt warten können. Warten können heißt Kontrolle abgeben. Ich hab das schon ganz am Anfang der Schwangerschaft gelernt. Es ist ein Lernprozess, Akzeptanz, die Kontrolle abzugeben. Ich bin müde, dann geh ich ins Bett, auch wenns noch vor dem Mittagessen ist. Im Nebenjob brauch ich zwischen den Schichten 1 Tag Pause. Schuhe anziehen geht nur im Sitzen und/oder mit Schuhlöffel. Von den 4 Punkten auf meiner To-Do-Liste für den Ausflug in die Stadt schaffe ich nur 1 oder 2. Die Kondition für längere Strecken fehlt. Oben in der Wohnung angekommen, muss ich mich erstmal ein paar Minuten setzen. Nachts durchschlafen war mal.

img_0178Und dann kommt der Spruch ‚Du bist nicht krank, du bist doch nur schwanger‘. Ja. Aber das kleine ’nur‘ kann man getrost weglassen. Ich bin nicht krank, ich bin schwanger. Mein Körper leistet Höchstleistungen – er versorgt nicht nur mich, sondern noch jemanden. Jemanden der innerhalb von Wochen (am Anfang) auf das doppelte, dreifache, vierfache wächst. Der auf einmal sehen kann, hören kann, auf Papas Stimme reagiert. Da werden Hormone in solchen Mengen produziert, von denen ich nicht mal wusste, dass das möglich ist. Mein Körper versorgt uns beide rund um die Uhr, da ist es doch völlig legitim, dass ich manchmal – körperlich und auch emotional – an meine Grenzen stoße, diese kennen lerne und lerne, richtig zu reagieren. Und im besten Fall, bevor mein Körper reagiert. Bevor der Bauch hart wird oder ich unkontrolliert in Tränen ausbreche. Bevor ich den Mann anfahre, der doch überhaupt gar nicht weiß, warum ich in nur einer Minisekunde von 0 auf 180 fahre, wo er doch gerade mal nur diese eine Minisekunde zu Hause und die Tür noch nicht mal zu ist.

Aber wenn man sich dann mal einen ruhigen Moment schnappt und sich überlegt, wie wahnsinnig wundervoll all das ist, was da in mir und in uns und um uns passiert – dann ist es plötzlich viel einfacher, die Kontrolle abzugeben und Vertrauen zu gewinnen. Vertrauen in meine Tochter, die nämlich genau weiß, was sie wann tut, wann sie was von mir einfordert und was ich alles schaffen kann. 

3. trimester

Nachdem ich diese Woche in den 10. (den 10.!) Monat meiner Schwangerschaft starte, wird es Zeit, auch zum 3. Trimester ein paar Gedanken mit euch zu teilen – und mir macht es das Warten einfacher 😉 Es sind doch tatsächlich nur noch +/- 28 Tage bis unser kleines Mädchen endlich bei uns ist.

img_9866Inzwischen bin ich Team Wal. Aus der Murmel ist eine stattliche Kugel geworden und ich bin immer noch fasziniert, wenn ich nicht nur spüren kann, dass sie sich regt – sondern wenn auch nach außen eine deutliche Beule sichtbar ist. Ein Mensch in sich wachsen zu spüren ist das eindeutig schönste Gefühl. Auch wenn ich manchmal an mir runterblicke und der kleinen Dame freundlich zu verstehen gebe, dass ihr Hintern unter meinen Rippen nicht so angenehm ist oder dass sie bitte bitte bitte aufhören soll, mir meine Blase zu massieren. Ist ja nur lieb gemeint von ihr, ich weiß – außerdem hat sie langsam ja immer weniger Platz.

Körperlich wird es trotzdem langsam wirklich anstrengend. Sitzen ist anstrengend, stehen ist anstrengend, laufen ist anstrengend und liegend brauche ich eine Weile, bis ich eine Position gefunden habe, die uns beiden passt. Der Schuhlöffel ist mein bester Freund, ich komm sonst tatsächlich nicht mehr an meine (wasser-aufgequollenen) Füße ran. Beine rasieren? Nägel lackieren? Völlig überbewertet – es ist Winter. Ich bin wirklich froh, dass ich nicht mehr arbeite und mich voll und ganz aufs Mama-Werden konzentrieren kann. Hinzu kommt auch, dass ich mit näherrückendem Entbindungstermin eine Art ’soziale Unlust‘ entwickle und mich so noch lieber auf der Couch verkrieche – oder ins Kinderzimmer. Kliniktasche zum hundertsten mal checken, Wickelkommode bestaunen, kleine Jäckchen zurecht legen.

Nestbautrieb nennt man das also und ja – den kenn ich. Da wird der Mann mit 10 neuen ‚Hey, kannst du noch eben das…‘ oder ‚Du müsstest aber vorher noch dies…‘ bombardiert, sobald er nach der Arbeit die Wohnung betritt. Ich weiß zwischendurch gar nicht wohin mit meiner Kreativität und freue mich tierisch, neue Dinge zu entwerfen, zu zeichnen, in Druck zu geben, etc. – meistens natürlich ganz von der Couch aus. Das funktioniert prima.

Wir sind in der Klinik angemeldet, die Tasche ist gepackt, Hebamme/Arzt seh ich alle 2 Wochen, die Fragen und Vorstellungen zur Geburt werden immer definierter und alles wird von Tag zu Tag realer.

Vor der Geburt hab ich keine Angst. Wirklich nicht. Ich freue mich. Ja, ich hab Respekt, aber ich freue mich. Ich bin Frau, mein Körper weiß, was zu tun sein wird. Und ich vertraue mir zu 100%. Außerdem hab ich einen fantastischen Mann an meiner Seite, dem ich ebenfalls zu 100% vertraue – dem ich mich zu 100% an-vertraue – weil er mich kennt und inzwischen so gut abschätzen kann, was ich wann brauche, dass ich manchmal sogar verwundert bin, woher er das denn so gut weiß. Und vor allem – weil ich meiner Tochter vertraue, weil sie am allerbesten weiß, wann sie kommen möchte und was ich schaffen kann.

Mal sehen wie oft ihr noch von mir hört, bevor die kleine Madame aus ihrer 1-Zimmer Wohnung aus- und in unsere Arme einzieht. Dabei will ich doch noch teilen, was ich so gelernt habe in dieser Schwangerschaft, was hilft und was völliger Quatsch ist und ein paar Dinge, die keine Schwangere hören will.

2. trimester

Das zweite Trimester. Ach das war schön. Die Übelkeit war weg, mein Bauch wird eine kleine Murmel und auch Außenstehende sehen langsam, dass das nicht nur zu viel Eis war.

img_8606So langsam wird alles viel realer. Ich werde Mama. Ich werde im Alltag vorsichtiger, ich werde ein kleines bisschen zur Löwin, wenn Leute ungefragt an meinen Bauch langen. Den Mutterpass und die Bilder vom Ultraschall trage ich wie einen Pokal immer bei mir – ich bin stolz wie Bolle und könnte die ganze Welt umarmen. Dass da jetzt schon so viel Liebe für jemanden ist, der noch nicht mal da ist, es ist unglaublich.

Ab Herbst hab ich dann auch 1x wöchentlich Schwangerschaftsyoga. Ich erinnere mich noch an die erste Stunde, da hab ich noch nichts gespürt und bei der Vorstellungsrunde noch gesagt, dass ich jetzt erst so komplett mit Kopf und Körper in der Schwangerschaft ankomme. In der zweiten oder dritten Stunde konnte ich dann bei der Vorstellungsrunde ganz stolz verkünden, dass ich jetzt endlich etwas spüre. Ein sanftes Blubbern, als würden kleine Seifenblasen in mir aufsteigen und platzen. Es ist noch so ungewohnt und doch so schön.

Sich wöchentlich mit den Mädels auszutauschen, die in der gleichen Situation stecken tut mir persönlich unendlich gut. Es ist wie das endgültige Ankommen im Mama-Werden. Beschwerden sind dann nicht mehr ganz so ‚Mensch, du bist nur schwanger, jetzt stell dich nicht so an‘, sondern sind real und Teil dieser rießigen Veränderung. Auch wenn ich vorher schon Erfahrungen im Yoga hatte, es ist wirklich interessant zu sehen, dass manches mit der Zeit nicht mehr so einfach wird. Am Anfang lagen wir ausnahmslos bei der Meditation auf dem Rücken, Woche für Woche drehen sich immer mehr Mädels – ich eingeschlossen – auf die Seite, wir brauchen immer mehr Stillkissen, und das Geächze beim Aufstehen wird immer lauter 😀 Noch dazu entstehen echt super Freundschaften, wir treffen uns auch heute noch alle 2 Wochen – auch wenn wir langsam immer weniger werden, weil wir jetzt nacheinander ja alle entbinden 🙂

Ungefähr um die gleiche Zeit erfahren wir – endlich endlich endlich – dass du ein Mädchen bist. Ich hatte das irgendwie von Anfang an im Gefühl, aber Madame hat sich bei den Ultraschall-Untersuchungen immer so geziert und ganz geschickt die Beine verschränkt. Der werdende Papa meinte schon ‚Also wenn se sich so anstellt – dann kann das nur ein Mädchen werden‘ – und er sollte Recht behalten. Und dann spürt dich Papa auch zum ersten Mal. Ich spür sie, schnapp mir die Hand vom Papa, leg sie mir auf den Bauch und dann kommt ein kleiner Tritt, ich fang sofort an zu weinen und schau ihn nur so stolz an – und er strahlt genauso stolz zurück.

Auch etwa zeitgleich entscheiden wir uns, zu heiraten. Noch so was Schönes. Hui. Es ist alles so so so groß und trotzdem ist da nur die pure Vorfreude auf das Leben zu zweit, auf das Leben als Ehepartner, als Eltern, auf gemeinsames die Welt erkunden, auf noch so viele Abenteuer. Ich will die ganze Welt umarmen. Wie sich das anhört, so richtig kitschig und manche werden sich wahrscheinlich wundern, was denn jetzt plötzlich mit mir los ist – einfach auf die Hormone schieben, die sind nämlich auch im 2. Trimester noch da (und im 3. erst!), aber die kenn ich ja schon und weiß perfekt damit umzugehen.

In der Zeit sehen wir auch noch ein bisschen von der Welt, Leipzig, Pilsen, Sizilien, London – aber das wird ein eigener Eintrag 🙂