thoughts on slow food.

Kurzmitteilung

Dieser Beitrag wird wohl etwas anders ausfallen. Jeder der mich kennt weiß, dass ich mich selber (stolz) als kleinen ‚Food-Nerd‘ bezeichnen würde. Ich bin eine, die wissen will, was sie da isst und wo es herkommt. Und stehe deshalb unter Umständen auch mal ein paar Minuten länger im Supermarkt, weil ich Etiketten lese und ich Dinge wieder zurück ins Regal stelle, deren Inhaltsstoffe mir zwar zum Scrabble-Sieg verhelfen würden, ich aber nicht aussprechen kann. Und ich auch nicht weiß, was zum Teufel das Zeug sein soll und was es in meinem Lebensmittel verloren hat.

Schon ganz bald kam dann Slow Food ins Spiel. Eine Idee der Italiener, die sich zur Aufgabe gemacht haben, Diversität und ehrliche Nachhaltigkeit zu übermitteln. Dem Essen wieder Wert geben. Als kulturelles Ereignis. Und die Perspektive zu ändern – ich bin nicht nur Konsument, ich bin Co-Produzent, mein Konsumverhalten bestimmt, was da draußen produziert wird und was in welcher Qualität bei mir auf dem Teller landet. 

Das hat dazu geführt, dass ich (zum Beispiel) kaum noch Fleisch esse. Weil Fleisch leider nicht mehr vom Tier kommt, sondern nur noch produziert wird. Ich meine das nicht allzu wörtlich, natürlich kommt Fleisch noch vom Tier, aber diese Tiere werden schlichtweg einfach nur noch produziert um möglichst schnell – und vor allem möglichst billig – menschliche Mäuler zu stopfen. Woran erkennt man eigentlich gute Qualität? An Fairness für das Tier und für den Bauer, an einem ehrlichen Preis und an vollem Geschmack. Und die kann mir ein Discounter nicht bieten. Punkt. Ich weiß, dass jetzt da die Stimmen laut werden, die schreien, dass Bio ja nicht gleich Bio ist. Das stimmt, aber auf gewisse Siegel kann man sich durchaus verlassen und transparente Ehrlichkeit kauf ich persönlich dem Bio-Bauern eher ab, als dem Verkäufer beim Discounter xy. Weil der Bio-Bauer sich nämlich nicht hinter 25 E-Nummern versteckt. Ich bin nicht vegetarisch und werde es auch nicht werden, aber ich will wissen, wo mein Fleisch herkommt und dass die dazugehörige Kuh ein traumhaftes Leben hatte. 

Schon mal Brot selber gebacken? Mit wie vielen Zutaten? Eben. Keine 20. Keine Backtriebmittel und Pülverchen, damit mein Brötchen länger knusprig, fluffig, frisch, … bleibt, wenn es als Tiefkühlteigling aus osteuropäischen Ländern in einem Discounter-Ofen landet und dann für ein paar traurige Cent verkauft wird. „Täglich frisch gebacken„. Sowieso.

Essen muss wieder etwas Wert sein. Und nicht nur Geld, sondern vor allem auch Zeit. Ein Menü planen. Über den Markt schlendern, das sympathischste Gemüse finden und in den Korb packen. Zuhause Musik anmachen, das Schnibbeln anfangen, eine Flasche Wein aufmachen. Sich im Kochen verlieren, spüren, wie der Duft zuerst die Küche, dann den Rest der Wohnung und auch uns mit Glück erfüllt. Gemeinsam das Essen genießen, lachen, sich unterhalten. Das ist slow. Das ist es, was uns hilft, im Alltagsgerenne nicht völlig durchzudrehen.

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moving.

Kurzmitteilung

Seit Monaten – was sag ich, seit Jahren – wälzt sich in mir die Frage, ob ich nicht doch endlich mal einen Blog starten soll. Aber worum soll es gehen? Die Küche, die Freundschaft, das Reisefieber, Länder und Kulturen, die Liebe, das Leben, die Liebe zum Leben – ich wüsste gar nicht wo ich anfangen soll. Gut, dann wird das Ganze eben thematisch, jeder Post ein neues Thema, eine andere Perspektive auf meine kleine bunte Welt. Untermalt mit ein bisschen Farbe (und um der heimlichen Instagram-Liebe auch eine Plattform zu bieten) und immer mit einer ganzen Portion Laura.

Moving. Das ist es was aktuell hier so passiert. Dieses Abenteuer – genannt „erste gemeinsame Wohnung“ – ist so viel mehr, wie ich mir anfangs hätte erträumen können. Dieser Prozess der Bewegung findet in mir statt. Als ich anfing, mir Gedanken darüber zu machen und zu planen wie mein Umzug (aus meiner traumhaften 2-Zimmer-Wohnung raus und in seine 3,5-Zimmer-Wohnung rein) so ablaufen soll, kamen doch relativ schnell Gedanken wie „Hey, ist das nicht alles etwas schnell?“ oder „Diese Sicherheit – und diese traumhafte Wohnung, die dich zu der gemacht hast, die du so stolz heute bist – willst du die wirklich für immer aufgeben?“. Das macht Angst. Wer garantiert mir, dass das überhaupt alles gut geht? Bist du überhaupt dafür bereit? Darauf vorbereitet?

Niemand garantiert mir das. Und ich bin natürlich nicht darauf vorbereitet. Aber ich bin bereit. Und das ist toll. Aufregend. Etwas großes. Etwas, das angepackt werden möchte. Ein Reise zu zweit, auf die ich so lange gewartet habe und auf die ich so rießige Lust habe. Die Welt sehen, das Leben lieben, den Blickwinkel teilen.

Und zwischen gepackten Kisten, unzähligen Ausflügen zu Sperrmüll, Baumarkt, Möbelhaus und der ToDo-Liste fällt mir auf, dass aus Du und Ich ganz heimlich, still und leise ein Wir wurde. Ein IMG_4308Wir, welches ein Du und Ich beinhaltet, welches weiß, wie großartig du bist und wie großartig ich bin und vorallem wie viel mehr wir zu zweit sein können.

Und ist es nicht schön, am Ende des Tages festzustellen, dass die eigene Definition vom Leben sich von allen anderen unterscheidet und doch die (für uns) Beste ist?