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So. Nachdem meine Lernmotivation sich grad mal wieder schmollend unterm Schreibtisch verkrochen hat, schreib ich eben ein bisschen über unser Wochenende in Prag vergangenen August.

Prag war einer dieser „da wollte ich schon immer mal hin.“ und „jeder sagt, Prag sei so schön.“ – Trips. Und „jeder“ sollte Recht behalten. Prag ist tatsächlich traumhaft schön. Es erinnert mich sehr an meine Heimatstadt Würzburg und passend dazu gibt es  das Gerücht, dass die Stadtplaner voneinander abgeschaut hätten – daher kommt’s wohl.

Untergebracht waren wir im Dorint Hotel, sauber, ordentlich, zweckmäßig und direkter (d.h. vor der Tür!) Anschluss an die öffentlichen Verkehrsmittel. Auch wenn es wohl augenscheinlich ein wirklicher Magnet für Busreisegruppen ist, wir sind da doch eh nur zum schlafen – und dafür war es wirklich top. Wir konnten das Auto bewacht in der Tiefgarage abstellen, ordentlich frühstücken (und sogar noch Obst für tagsüber stibitzen) und sind dann direkt in die Stadt – für unser erstes Mal in Prag war das genau richtig, waren wir doch eh den ganzen Tag auf den Beinen.

A588917C-4DAE-47C2-9756-DC8401403FF2Die Stadt selber ist wirklich klasse. Es gibt an jeder Ecke was zu entdecken. Wir haben unser Wochenende mit einem Bummel über einen Wochenmarkt gestartet. Der Markt liegt direkt am Wasser (Uferstraße Náplavka, Haltestelle ‚Palackého námesti‘) und war wirklich schön. Ich liebe das, über Märkte schlendern, die Einheimischen an einem Samstagvormittag beobachten und ein bisschen besser kennen lernen. Neben Obst, Gemüse, Käse, Fleisch und Fisch wurde auch Honig, Blumen, Handwerkliches, frische Säfte etc. angeboten – das war ein wirklich toller Start in den Samstag.

Vom Markt aus konnten wir dann auch gestärkt und vor allem motiviert in den restlichen Tag gehen. Wir hatten uns entschieden, das Wochenende zu Fuß und mit der Straßenbahn zu bestreiten und das hat auch super funktioniert. Da wir beide nicht so der Fan sind von Eintritt zahlen und anstehen, etc. haben wir auch diesmal einfach alles von außen bei einem ausgiebigen – aber gemütlichen – Spaziergang auf uns wirken lassen. Oben auf der Burg sind wir dann aber doch mal auch in die Kathedrale (man kann nämlich auch hintenrein und die fantastischen (!!) Kirchenfenster bewundern, ohne den Eintritt für den Rest der Kirche zu zahlen. Im Ernst – solche Kirchenfenster hab ich noch nie gesehen!) und haben anschließend die Aussicht auf die Stadt genossen, bevor wir zurück sind.

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Wir genießen es, durch neue Städte nur mit einem ganz groben „was wollen wir sehen“ – Plan zu schlendern und ansonsten alles einfach mal passieren zu lassen, da abbiegen wo es uns gefällt, dort ein bisschen länger bleiben. Für uns gibt es da keine Umwege. Und vor allem – so findet man die besten Ecken. Durch Zufall haben wir also tatsächlich den kleinen – und unendlich sympathischen – Sandwich-Laden ‚Bread Gap‘ gefunden und uns da doch gleich mal niedergelassen, gegessen und den Stadtplan rausgekramt, um die Richtung für die kommenden Stunden zu wählen. Frisch gestärkt gings weiter, Karlsbrücke, Altstadt, Rathaus, jüdisches Viertel – ohne Zeitdruck, hachja.

Ein absolutes Muss – meiner Meinung nach – ist der Rathausturm. Und zwar rauf. Zu Fuß. Trotz Aufzug. Auch wenn es keine Beschränkung zu geben scheint, wie viele Leute sich da oben gleichzeitig aufhalten dürfen, das ist ein gigantischer Ausblick auf die Stadt. Und nach unten schauen gibt einem das Gefühl, man schaut auf ein Wimmelbild – es gibt einfach so viel zu sehen, wenn man sich die Zeit nimmt, auch mal bewusst zu schauen. Und zu entdecken.

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Essen in Prag. Mmh. Wenn man die ganzen überteuerten Touri-Restaurants in der Altstadt und v.a. um die Karlsbrücke mal ignoriert, gibt es unglaublich authentische und preiswerte, tschechische Restaurants und Bierstuben zu finden. Wir haben uns für den Abend ein Restaurant in der Neustadt gesucht – nämlich ‚U Pravdu‘ in der Neustadt (Zitná 15), das hat uns unser Reiseführer empfohlen. Und das war der Knaller. So urig, dunkle Holzvertäfelungen, Fotografien in schwarz-weiß und landwirtschafliche Geräte an den Wänden – das war wirklich den Weg dahin jetzt schon wert. Außerdem war neben unserem nur noch 1 Tisch mit Touristen besetzt, alle anderen von Einheimischen, die so ihren Samstagabend in geselliger Runde bei Bier verbrachten. Die Karte wird zwar ein bisschen ins Englische übersetzt, man braucht aber trotzdem ein bisschen Mut, etwas zu bestellen, wir fandens klasse! Ich hatte einen pfannkuchen-großen Kartoffelpuffer, der einmal gefalten war, gefüllt mit böhmischem Kraut und Kassler – lecker!!!

Nützliches

  • Kleingeld für die öffentlichen Verkehrsmittel. Die meisten Automaten, v.a. die die weiter außerhalb liegen, nehmen keine Scheine, also am Besten immer ein bisschen Münzgeld dabei haben – wir haben es mehrmals vergessen und mussten uns einen Ort zum tauschen suchen.
  • Reisezeit. Ja wir waren im August. Da waren extrem viele Touristen. Wir hätten das wissen müssen. Ich weiß. Aber ich glaube in Prag ist das total egal, wann man da ist. Alleine ist man nie. Vielleicht sind wir auch deshalb so Fan von „einfach nur schlendern“, ohne wirklichen Plan. So kamen wir nämlich tatsächlich auch durch Gässchen in denen wir – hoppla – plötzlich alleine waren. Ich bin nämlich eine, die durchdreht und krätzig wird, wenn um sie rum nur Touristen sind. Im Ernst. Da bekomm ich die Krise. Wir haben deshalb auch zum Beispiel einen Bogen um das „Goldene Gässchen“ gemacht, nachdem da schon – wie bei einem Konzert – abgesperrt war und die Leute durchgepfercht wurden wie Hennen in Käfighaltung. Gruselig. Aber hey – wir sind ja flexibel. Dann eben abbiegen und weg von den Leuten. Sich mit dem Eis ans Ufer gegenüber legen, an dem sonst keiner liegt. Geht doch.

Prag ist eine tolle Stadt. Den Besuch definitiv wert. Ich erinnere mich gerne zurück an dieses farbige und lebhafte 35°C Wochenende – während ich hier sitze und mir bei zweistelligen Minusgraden die Hände an der Teetasse wärme. Der Teetasse aus Prag – gefunden in einem kleinen, netten Keramikladen im Fuße der Brückenpfeiler der Karlsbrücke auf Seite der Burg. Hachja.

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